RUSVPN Test

RUSVPN Test

Russischer Name, karibische Herkunft: Nachdem man “RUSVPN” das erste Mal gelesen hat, würde man wohl denken, dass RUSVPN aus Russland kommt. Dem ist aber nicht so. Vielmehr hat der junge VPN-Anbieter RUSVPN seinen Sitz auf der Insel Dominica. Dominica ist ein kleiner Küstenstaat in der Karibik, welcher nördlich von Venezuela liegt.

Obwohl RUSVPN noch nicht so bekannt ist, scheinen immer mehr Menschen auf den Dienst aufmerksam zu werden. Das liegt wohl einerseits am Versprechen des Anbieters (RUS – Reliable. Unlimited. Secure.) und an den günstigen Preisen. Beim Verfassen dieses Beitrags bezahlte man beim attraktivsten Angebot nur 2,99€ pro Monat. Das ist günstiger als vergleichbare Anbieter, die wir schon getestet haben (beispielsweise NordVPN oder PureVPN).

Wie andere VPN-Services auch, soll es RUSVPN seinen Nutzern ermöglichen, Webseiten zu entsperren, Zugang zu Streamingdiensten aus anderen Ländern zu erhalten und eine anonyme Surferfahrung bieten. Außerdem behauptet RUSVPN auf der Webseite, dass mit dem VPN auch Einsparungen bei Flug- und Hotelbuchungen möglich sind.

Mehr Infos: Wenn du wissen möchtest, was ein VPN überhaupt ist, findest du in unserem Ratgeberartikel dazu mehr Infos. Hier siehst du, was dir ein VPN im Alltag überhaupt bringt.

In diesem Beitrag machen wir den RUSVPN Test: Was kann der VPN-Anbieter aus der Karibik? Kann RUSVPN seine Versprechen einhalten? Alle Infos im Test.

RUSVPN Test Tabelle
RUSVPN Test. Stand: August 2020
Kurzfazit: RUSVPN ist ein sehr günstiger VPN-Anbieter, der vielen durch die geringen Preise auffallen dürfte. Die Verbindungsgeschwindigkeit ist schnell und es gibt Apps für Smartphones & viele andere Systeme. Leider gibt es beim Windows-Clienten gröbere technische Probleme und auch sonst scheint einiges stümperhaft gelöst zu sein. […]

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Über RUSVPN

RUSVPN Icons

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, handelt es sich bei RUSVPN nicht um einen russischen VPN-Anbieter, sondern um einen Service mit Sitz in Dominica, einem Inselstaat.

Viele VPN-Unternehmen werden aus Offshore-Ländern betrieben, da hier die Behörden meist nicht so “neugierig” sind und keinen Einblick in die Unternehmens-, bzw. Nutzerdaten haben. Das ist natürlich von Land zu Land verschieden, aber RUSVPN verspricht beispielsweise, dass überhaupt keine Benutzerdaten gespeichert werden.

Im Gegensatz zu anderen, größeren VPN-Diensten, verzichtet RUSVPN auf die Überprüfung durch ein externes Sicherheitsunternehmen. NordVPN hat beispielsweise seinen gesamten Service durch ein unabhängiges Unternehmen prüfen lassen.

Die Webseite des Anbieters wirkt modern und zeigt die wichtigsten Vorteile auf einen Blick, in der deutschen Version finden sich jedoch einige Übersetzungsfehler. Die Hauptzielgruppe von RUSVPN sind wohl russische Nutzer, die freien Zugang zum Internet möchten.


RUSVPN: Testbericht

Anmeldung & Installation

RUSVPN ist ein sehr günstiger Anbieter. Neben dem 1-Monats-Paket (welches das teuerste ist), gibt es auch ein 1-Jahres-, bzw. 3-Jahres-Paket. Den geringsten Monatspreis bekommt man beim 3-Jahres-Paket. RUSVPN bietet auch eine 30-tägige Geld-Zurück-Garantie.

Nach dem Login / der Anmeldung ist es über den Button “VPN herunterladen” möglich, die Software von RUSVPN zu downloaden.

RUSVPN Test

RUSVPN bietet dabei eine Auswahl an Programmen für verschiedenste Betriebssysteme an. Neben RUSVPN für Windows und Mac gibt es den VPN-Service auch für Linux, bzw. Smartphones. Sogar auf Apple iOS-Geräte kann RUSVPN heruntergeladen werden.

Für unseren Testbericht auf einem Windows-Rechner laden wir das passende Programm aus der Übersicht herunter.

Übrigens: Eine weitere Möglichkeit, RUSVPN zu nutzen, ist OpenVPN. Bei OpenVPN handelt es sich um eine Software, mit der verschiedene VPN-Anbieter genutzt werden können. Man benötigt nur die Konfigurationsdatei vom VPN-Service.

Nach dem Download der Installationsdatei wird das VPN installiert. Windows benötigt hierfür auch eine Bestätigung, da bei der Installation der Netzwerktreiber für RUSVPN installiert wird.

Sobald man im Programm eingeloggt ist, wird die aktuelle IP angezeigt. Um mit einem VPN-Server eine Verbindung herzustellen, kann unten ein Server ausgewählt und eine Verbindung hergestellt werden. Ein Klick auf “Connect” genügt, um die Verbindung herzustellen.

RUSVPN Test Einloggen

Im Test reagierte das Programm nach einem Klick auf “Connect” kurz nicht. Es dauerte zwar mehr als 30 Sekunden, aber dann stellte das Programm eine Verbindung her. Verglichen mit anderen VPN-Anbietern wirkt das RUSVPN Panel etwas träge und bietet nicht viele Einstellungsmöglichkeiten.

Verwendung & Betrieb

Es scheint so, als wäre RUSVPN noch in einer Art “Beta-Phase”, auch wenn dies eigentlich nicht der Fall ist.

RUSVPN Smartphone Screenshots

In unserem Test gab es leider einige Probleme. Ab und zu musste das Programm komplett beendet werden, um überhaupt wieder Zugang zum Internet zu erhalten.

Ein guter VPN-Dienst sollte schnell reagieren und auch nach einem Klick auf “Connect” rasant eine Verbindung herstellen, bzw. bei “Disconnect” einen Verbindungsabbruch durchführen. In unserem Fall gelang beides nicht: Die Verbindung zum Server dauerte mehr als eine halbe Minute, das Stoppen der Verbindung konnte erst dadurch realisiert werden, dass das Programm manuell geschlossen wurde.

Kommen wir zu etwas positivem: Auch RUSVPN verfügt über eine Kill-Switch-Funktion, die im Falle eines Verbindungsabbruchs greifen soll. Falls dies nicht so langsam passiert, wie die anderen Vorgänge im Windows-Client von RUSVPN, ist das ein begrüßenswertes Feature.

Viel mehr Features gibt es dann aber nicht. RUSVPN kann also als Einsteiger-VPN mit rudimentären Funktionen gesehen werden, sollte jedoch nicht auf einer Ebene mit anderen, fortgeschritteneren VPNs stehen.

Das größte Problem bei RUSVPN ist, dass der Windows-Client (vielleicht wegen der Kill-Switch-Funktion) automatisch die gesamte Internetverbindung des Computers blockiert – auch wenn man normal auf den “Disconnect”-Button drückt und der Client dann eigentlich wieder die normale Nicht-VPN-Verbindung freigeben sollte.

Allgemein lässt sich sagen, dass die Software von RUSVPN noch viel Optimierungen und Bugfixes benötigt.

Smartphone App

RUSVPN ist für Android und iOS verfügbar.

Die Apps verfügen in etwa über den gleichen Funktionsumfang wie der Desktop-Client, laufen jedoch stabiler. Auch die komischen Fehler mit der Kill-Switch-Funktion gibt es auf Smartphones nicht.

Auf beiden Betriebssystemen sind die Apps kostenlos und haben gute Bewertungen, was wohl auch am günstigen Preis des Anbieters liegen dürfte.

Geschwindigkeit

Kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte eines jeden VPN-Anbieters – der Geschwindigkeit.

Speedtest Screenshot

Nur wenn ein VPN schnell genug ist, kann mit Features wie Streaming & Co. geworben werden. Ist die Verbindung nämlich zu langsam, kommt es zu Video-Unterbrechungen und zu Ruckeln.

Mit dem erstbesten Server, der von RUSVPN vorgeschlagen wurde, sprang die Geschwindigkeit im Speedtest auf etwa 40 Mbit/s und blieb in dieser Region. Bei den Uploads kam RUSVPN auf ca. 20 Mbit/s. Für einen VPN-Anbieter, der vor allem auch noch so günstig ist, ist das ein guter Wert.

Die Geschwindigkeiten sind am Smartphone und PC ähnlich – wie bereits weiter oben erwähnt, gab es beim Verbinden über den Computer jedoch immer wieder erhebliche Probleme.

Streaming und andere geschwindigkeitsintensive Anwendungen sollten mit RUSVPN also reibungslos funktionieren. Nicht vergessen sollte man aber, dass bei VPNs die Performance auch von der Auslastung abhängt. Abends sind also deutlich geringere Geschwindigkeiten durchaus zu erwarten.

Sicherheit & Datenschutz

VPNs werden auch dazu genutzt, um dem Nutzer sicheres und anonymes Surfen zu ermöglichen.

RUSVPN gibt an, dass es sich außerhalb der Länder befindet, die den Internetverkehr überwachen. Außerdem sollen gar keine Logs gespeichert werden.

Das klingt gut und begrüßenswert. Viel mehr Infos dazu gibt es auf den Seiten von RUSVPN jedoch leider nicht. Wenn das Unternehmen in Zukunft also noch mehr Infos zum Datenschutz und zu den Sicherheitsaspekten veröffentlicht, würde das sicher das Vertrauen der Nutzer in den Service erhöhen.

Der Datenverkehr über RUSVPN wird mit 256-Bit verschlüsselt, was dem heutigen Industriestandard entspricht.

Kundenservice

Auch ein guter Kundenservice sollte zur Ausstattung eines jeden VPN-Unternehmens gehören, da beim Verbindungsaufbau oft Probleme auftreten können.

Bei RUSVPN gibt es mittlerweile einen Live-Chat, der auf der Webseite des Anbieters angezeigt wird. Ein Klick auf die Chat-Bubble im rechten Eck reicht, um den Live-Chat zu starten.

Wenn ein Support-Mitarbeiter da ist, funktioniert das mit dem Live-Chat auch ganz gut. Wenn nicht, muss man eine Mail versenden. Und bis da eine Antwort kommt, können schon mal 24 Stunden oder mehr vergehen. Ein 24/7-Live-Support wäre sicher eine wünschenswerte Erweiterung.


RUSVPN: Fazit

Bei RUSVPN handelt es sich um einen sehr günstigen Anbieter, bei dem aber noch einige Fehlerverbesserungen anstehen.

RUSVPN Test Tabelle
RUSVPN Test. Stand: August 2020

Kommen wir zuerst zu den positiven Dingen: Die Performance der RUSVPN-Server ist überraschend gut. RUSVPN schaffte in unserem Test fast immer hohe Geschwindigkeiten. Außerdem bietet das Unternehmen Apps für eine Menge verschiedener Plattformen an und es können viele Webseiten und Streamingdienste freigeschaltet werden. Der Preis ist außerdem sehr gering.

Leider ist es jedoch so, dass wir mit dem Windows-Client beim Testen oft Probleme hatten. Mal funktionierte das Einloggen nicht, mal verlor der Client laut Fehlermeldung die Internetverbindung (obwohl eine Verbindung da war). Am bizzarsten ist, dass das Kill-Switch-Feature auch den Client außer Gefecht setzt. Im Test mussten wir daher die Software beenden und die Internetverbindung des Computers zurücksetzen, um wieder Zugang zum Internet zu erhalten.

Wenn RUSVPN also wirklich in der Liga der Großen mitspielen möchte, sollten solche Fehler unbedingt behoben werden.

Abgesehen davon ist das Design der VPN-Clients (egal ob am PC oder Smartphone) übersichtlich, simpel und modern.

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