Welcher Ping ist gut?

Welcher Ping ist gut?

Wer öfter online zockt und in einem Ort mit eher mäßiger Internetverfügbarkeit lebt, der könnte das Problem vom schlechten Ping kennen: Andere Spieler springen scheinbar wahllos umher und bevor ein Schuss abgefeuert werden kann, liegt man schon selbst am Boden.

Die Latenz ist vor allem beim Gaming von höchster Bedeutung und sollte so niedrig wie möglich gehalten werden. Je besser der Ping, desto besser das Surf- und Gamingerlebnis daheim.

Aber was ist ein Ping eigentlich? Welcher Ping ist gut? Wie messe ich ihn? Und überhaupt: Wie verbessert man den eigenen Ping? Alle Infos im ultimativen Ping-Ratgeber!


Was ist ein “Ping”?

Welcher Ping ist gut? Animation

Als “Ping” wird im heutigen Internet-Zeitalter die Paketumlaufzeit einer Anfrage an einen Server genannt.

Ping DatenpaketAls Paketumlaufzeit versteht man die Zeitspanne, die zwischen dem Senden eines Datenpakets und der unmittelbar darauffolgenden Antwort des Servers vergeht.

Pings können von jedem Computer, der an ein Netzwerk angeschlossen ist, an einen anderen Computer im Netzwerk gesendet werden. Desto niedriger die Latenz (Verzögerung), desto besser.

Sendet man beispielsweise einen Ping mit der Kommandozeile von Windows an google.com, bekommt man bei funktionierender Internetverbindung sofort eine Antwort. Die zwischen Sendepaket und Antwortpaket vergangene Zeit ist die Pingzeit.

Tipp: Die Latenz/Verzögerung hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab – dazu gehört beispielsweise die Distanz zum angepingten Server oder die Qualität der eigenen Internetverbindung.

Wann ist ein guter Ping wichtig?

Bei den meisten Online-Anwendungen ist ein guter Ping nicht unbedingt wichtig.

Fürs Streamen benötigt man zwar beispielsweise eine ausreichend schnelle Internetverbindung – aber die Verzögerung spielt keine allzu große Rolle. Auch beim Aufrufen von Websites und beim Surfen auf Instagram, Facebook & Co. kann man auf einen guten Ping eigentlich verzichten.

Ping Gaming WichtigWichtig wird der Ping jedoch beim Gaming. 

Wer Fortnite, League of Legends, GTA und Co. zockt, der weiß, dass im Gefecht oft jede Millisekunde zählen kann. Vor allem bei Ego-Shootern ist eine niedrige Verzögerung essentiell.

Wenn der eigene Ping hoch ist, dauert es oft einfach zu lange, bis die Eingaben, die man am eigenen Rechner tätigt, den Spielserver erreichen. Bis dahin kann man schon längst selbst zum Opfer einer Attacke im Spiel geworden sein. Spieler mit einer niedrigen Verzögerung haben im Game daher einen entscheidenden Vorteil.

Das ist auch ein Grund dafür, dass Spieleentwickler versuchen, ihre Server so nah wie möglich an den Gamern zu positionieren. Deswegen gibt es bei Fortnite und anderen Games EU-Server, USA-Server, Asien-Server und so weiter.

Ping-Übersicht: Welcher Ping ist gut?

Welcher Ping ist gut? Welcher Ping ist schlecht?

Okay. Wir wissen jetzt, dass ein guter Ping vor allem beim Gaming unabdingbar ist. Aber welcher Ping ist gut – und welcher nicht?

5-30ms: Ein Ping-Wert zwischen 5-30 Millisekunden ist hervorragend. In diesem Bereich lassen sich alle Spiele lagfrei spielen. Dieser Pingbereich wird mit einer Glasfaser- oder Kabelverbindung erreicht.
30-50ms: Im Bereich zwischen 30-50 Millisekunden funktionieren die meisten Spiele ohne Probleme und man merkt im Grunde keine Verzögerung. Dieser Ping ist fürs Zocken also mehr als ausreichend. Die meisten LTE-Verbindungen schwanken zwischen 30-40 Millisekunden.
mehr als 50ms: Liegt der Ping-Wert deutlich über 50 Millisekunden, kann angenehmes Spielen (vor allem von Ego-Shootern) schnell zur Herausforderung werden. Dieser Wert wird bei älteren DSL-Verbindungen erreicht. Bei Werten über 60 Millisekunden hat man in Spielen, in denen es auf die Reaktionszeit ankommt, einen entscheidenden Nachteil.

Ob der Ping-Wert nun als “gut” bezeichnet werden kann, hängt davon ab, mit welcher Technologie man mit dem Internet verbunden ist.

Bei Glasfaser- oder neuartigeren Kabelverbindungen ist alles bis 20 Millisekunden exzellent und bis 30 Millisekunden in Ordnung. Bei LTE-Verbindungen sollte der Wert 40 Millisekunden nicht überschreiten, um als “gut” bezeichnet zu werden.

Einen Wert über 60 Millisekunden sollten heutzutage nur alte Verbindungen abliefern – natürlich ist das eine Illusion, wenn man bedenkt, in wie vielen Orten in Deutschland und Österreich es noch alte Kupferkabel für den Internetzugang gibt.

Wie messe ich meinen Ping?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den eigenen Ping zu messen.

Am einfachsten funktioniert es über Plattformen, wie Speedtest.net. Dort wird dann auch gleich die aktuelle Internetgeschwindigkeit mitgemessen.

Die Software von Speedtest sucht außerdem immer nach dem nahegelegensten Server. So bekommt man eine realistische Ping-Zeit und kann sich daran orientieren.

Eine Alternative dazu ist der Ping-Test über die Kommandozeile. Dafür öffnet man einfach mit dem Begriff cmd (Windows-Suche) oder Terminal (Mac-Suche) die Kommandozeile und pingt eine beliebige Webseite an. Das funktioniert mit dem Befehl “ping”.

Ping Beispiel Kommandozeile

Also gibt man beispielsweise “ping google.com” ein und schon wird der Server von Google angepingt. Um hier ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, sollte jedoch auch eine Webseite “in der Nähe” ausgesucht werden.

Ist ein guter Ping wichtiger als die Geschwindigkeit?

Wie so oft, hängt die Antwort auf diese Frage auch hier vom gewünschten Einsatzzweck ab.

Möchte man Filme in bester HD- oder 4K-Qualität streamen, ist eine schnelle Internetverbindung sehr wichtig. Hier kann der Ping auch noch so schnell sein – wenn die Übertragungsgeschwindigkeit langsam ist, wird es immer wieder Unterbrechungen geben.

Beim Zocken hingegen ist die Geschwindigkeit nicht so wichtig wie der Ping. Natürlich sollte auch die Downloadrate in Ordnung sein – aber ohne niedrige Latenz bringt eine schnelle Übertragungsgeschwindigkeit nicht sehr viel.

Gamestar hat den Datenverbrauch von Spielen analysiert. Das Resultat: Während dem Online-Zocken verbrauchen die Spiele pro Stunde meist nur zwischen 100 – 200 Megabyte. Das zeigt wieder, dass ein niedriger Ping wichtiger ist, als eine ultraschnelle Datenübertragungsrate.

Tipp: Im realen Leben nutzt man eine Internetverbindung natürlich nicht nur exklusiv für einen Zweck. Daher sollte man nach einem Internet-Angebot Ausschau halten, welches beide Welten – schnellen Ping und gute Downloadrate – kombiniert. Ein Blick in unsere LTE-Tarifvergleiche dürfte da empfehlenswert sein.

Bonus: 5 Tipps, um den Ping zu verbessern

1. Steam in die Schranken weisen

SteamLeider ist es so, dass die Online-Spieleplattform Steam automatisch mit dem Update anderer Spiele beginnt – sogar während man selber zockt!

Das Resultat: Die Internetverbindung wird belegt und der Ping sinkt in den Keller.

Die richtige Vorgehensweise: Das Updaten von Steam pausieren und Spiele erst dann updaten lassen, wenn man gerade nicht spielt. Das Gleiche gilt übrigens für EA´s Origin.

2. Lan statt Wlan nutzen

In den meisten Haushalten wird heutzutage Wlan statt Lan genutzt. Es ist auf den ersten Blick praktischer und vermeidet einen Kabelsalat, der sich durch den ganzen Wohnbereich ziehen würde.

Wlan hat jedoch eine negative Folge: Im Gegensatz zu kabelgebundenen Verbindungen, wo es einen Draht gibt, der PC und Router verbindet, muss das Signal bei Wlan Wände und Möbel durchqueren.

All das braucht seine Zeit – und verlangsamt die gesamte Verbindung.

Daher sollte man versuchen, statt Wlan auf Lan zu setzen. Wenn das nicht geht, hilft der folgende Tipp.

3. Wlan Kanal ändern

Vor allem in Wohnsiedlungen und eng aneinander gebauten Häusern ist es so, dass viele Wlan Netzwerke nebeneinander funken.

Wenn es an einem Ort viele Wlan Netze gibt, kommen sich die einzelnen Netzwerke in die Quere und verlangsamen den Datendurchfluss. Damit das nicht passiert, sollte man einen Wlan Kanal finden, der noch nicht allzu belegt ist.

Dazu kann man sich beispielsweise eine kostenlose Wlan Analyse App aufs Smartphone laden (Android Wifi Analyzer) und damit überprüfen, welche Kanäle noch frei sind / nicht so belegt. Moderne Router bieten außerdem selbst ein Optimierungs-Tool im Interface, mit dem sich freie Kanäle aufspüren lassen.

Unterstützt der eigene Router 5 GHz, lohnt sich der Wechsel von 2,4 auf 5 GHz. Denn der 5 GHz-Bereich ist meist deutlich ungenutzter oder gar nicht belegt.

Weitere Tipps für die Optimierung des eigenen Wlan Netzwerkes für einen schnellen Ping findest du in diesem Beitrag.

4. Nahegelegene Server auswählen

Wenn du online Spiele zockst, solltest du dich für einen nahegelegenen Server entscheiden.

Falls das Spiel diese Option anbietet, ist also ein Server in Europa anderen Servern in anderen Weltregionen vorzuziehen.

Oft ist es so, dass der Ping dadurch gering gehalten werden kann. Verbindet man sich jedoch mit einem Server in Übersee, kann das die Latenz um mehr als 100ms in die Höhe treiben.

5. Alle Hintergrundprogramme ausschalten

Nicht nur Steam und Origin nutzen durch Hintergrundupdates oft das Internet – auch andere moderne Programme sind heutzutage sehr aktiv.

Daher ist es einen Versuch Wert, alle Hintergrundprogramme auszuschalten. Dazu können beispielsweise Software-Updater und andere Service-Programme gehören, die sich rechts unten in der Taskleiste verstecken.

Auch Windows Update lädt Updates im Hintergrund herunter.

Es sollten am besten alle Computer, die sich im Netzwerk befinden, auf Hintergrundaktivitäten überprüft werden.

Tipp: Auch TV-Geräte, wie TV Sticks und Spielekonsolen, nutzen manchmal Hintergrunddaten. Dies wirkt sich ebenfalls auf die Latenz aus.

Fazit: Welcher Ping ist gut?

Wie wir in diesem Beitrag gezeigt haben, ist ein niedriger Ping vor allem für Online-Gamer interessant.

Bei anderen Anwendungen ist ein guter Ping nicht so wichtig, er verbessert jedoch das gesamte Surferlebnis.

Die niedrigsten Verzögerungen gibt es bei Glasfaser- und Kabelleitungen. Ebenfalls noch in Ordnung ist der Ping über das mobile Netz per 4G/LTE (und jetzt auch immer mehr über 5G).

Wer seinen Ping verbessern möchte, der sollte zuallererst alle Hintergrundprogramme ausschalten, die während dem Spielen nicht genutzt werden. Außerdem lohnt sich der Wechsel von Wlan auf Lan, wenn es möglich ist.

Falls nicht, empfiehlt sich die Suche nach einem anderen Wlan Kanal, wie wir es bereits in diesem Beitrag ausführlich beschrieben haben: Wlan Ping reduzieren.