Was ist 5G?

Was ist 5G?In den letzten Jahren herrschte ein enormer Hype um LTE: Alle Mobilfunker machten Werbung mit dem „schnellsten Netz aller Zeiten“ und im ganzen Land wurden viele neue Masten aufgestellt.

Noch bevor der LTE-Ausbau überhaupt komplett abgeschlossen ist, steht jedoch schon eine neue Generation des Mobilfunks in den Startlöchern: 5G soll alle bisher bekannten Mobilfunkprobleme lösen und uns in ein neues Zeitalter führen.

Die Versteigerung der Frequenzen in Österreich ist bereits im März zu Ende gegangen, in Deutschland soll es bald soweit sein.

5G Speedtest

Doch was ist 5G überhaupt? Was ist der größte Unterschied zu Vorgängerversionen? Und überhaupt: Was bringt mir 5G im Alltag?
All diese und weitere Fragen möchten wir im folgenden Ratgeber klären.


Bisherige Netze

Bisher war es so, dass alle Jahre wieder neue Funkstandards auf den Markt kamen.

5G Antenne Die Entwicklung des Mobilfunkinternets hat bereits 1990 mit 2G begonnen. 2G war der erste Standard für mobiles Surfen. Die maximale Datenübertragungsrate lag bei gerademal 53 kbit/s. Einige Jahre später folgte EDGE mit 256 kbit/s.

Mit 3G (oder auch UMTS) folgte ca. zwischen den Jahren 2000 und 2008 eine Revolution. Erstmals war es möglich, über das Handynetz Webseiten mit vielen Grafiken oder auch Videos anzuschauen. Die maximale Datenübertragungsrate bei der ersten Version von 3G war bei ca. 380 kbit/s, mit H+ konnte man die Geschwindigkeit auf 42 Mbit/s steigern.

Der Mobilfunkstandard der dritten Generation heißt (verwirrenderweise) 4G. Die LTE-Netze werden noch heute ausgebaut. Mit LTE sind viel höhere Datenübertragungsraten möglich und es kann als Ersatz zum kabelgebundenen Internet dienen. Die maximale Geschwindigkeit von LTE liegt bei 500 Mbit/s (hierzulande bei 150 Mbit/s). Mit LTE+ sollen sogar 1 Gbit/s möglich sein.

Auf diese Standards soll nun mit 5G die nächste „Revolution“ folgen.

Aktuelle Situation

5G Erklärung

Das Internet hat in den vergangenen Jahrzehnten dafür gesorgt, dass sich Menschen auf der ganzen Welt verbunden haben.

Heutzutage ist es nichts ungewöhnliches mehr, mit der Familie in den USA per Skype videozutelefonieren, nachdem man sich beispielsweise etwas aus China bestellt hat.

Dieses riesige Netzwerk ermöglicht uns blitzschnelle Kommunikation in Echtzeit – wo auch immer wir gerade sind.

Die jetzigen Netze kommen jedoch immer mehr an ihre Belastungsgrenzen.

Sogar das neue LTE ist in Ballungsräumen oft überlastet – das sorgt für lange Reaktionszeiten und langsamere Download-Geschwindigkeiten.

5G Internet

Gleichzeitig gibt es immer mehr Geräte, die auch eine ständige Internetverbindung verlangen.

Das sind aber nicht nur „klassische“ Internetgeräte, sondern auch immer mehr Smart-Home-Devices, autonome Geräte und sogar Autos.

Gäbe es bei stetig steigender Wirtschaftsleistung kein Update auf „5G“, würden wir bald die Limits des jetzigen Mobilfunknetzes kennenlernen. Mit dem heutigen Netz wäre es beispielsweise undenkbar, dass alle Autos mit dem Internet verbunden wären.

Hier kommt 5G ins Spiel: 5G wird stabiler, schneller und zuverlässiger als bisherige Mobilfunkgenerationen sein. Auch sehr wichtig ist, dass die Antwortzeit (Reaktionszeit, „Ping“) enorm verkürzt wird – so können auch Autos und andere Maschinen in Echtzeit miteinander kommunizieren.

Was ist der Unterschied zwischen 4G und 5G?

Unterschied 4G und 5G

LTE wurde hauptsächlich für Privatkunden ins Leben gerufen. Es eignet sich bisher hervorragend, um Otto-Normalverbrauchern schnellere Downloads und ruckelfreie Streams zu ermöglichen.

  Es ist schwer, 5G von 4G zu unterscheiden, da 5G mehr eine Weiterentwicklung von bisherigen Mobilfunktechnologien ist.

  Mit 5G soll auch erstmals ein Mobilfunkstandard auf den Markt kommen, der sich nicht hauptsächlich auf den Privatsektor spezialisiert.

5G Ping  Hier ist der Schlüsselbegriff „Internet der Dinge“: Immer mehr Dinge sind mit dem Internet verbunden. Damit bei dieser Maschine-zu-Maschine-Verbindung alles reibungslos funktioniert, wird 5G vor allem deutlich kürzere Reaktionszeiten ermöglichen.

Beispiel: 4G ermöglicht zurzeit Reaktionszeiten im Bereich zwischen 15 – 80 Millisekunden. Mit 5G wird diese Zeit auf 1-5 Millisekunden sinken – ein enormer Fortschritt.

  Die kürzere Reaktionszeit ermöglicht einerseits, dass Maschinen auf der ganzen Welt nahezu latenzfrei kommunizieren können. Andererseits können so auch Autos auf der Straße ohne Verspätung Daten an Autos in der Nähe senden.

Pro Quadratkilometer wird 5G mehr als 1000 Mal so viele verbundene Geräte unterstützen als 4G.

5G wird um den Faktor 10 schnelleres Internet bieten als 4G. Statt 150 Mbit/s werden also plötzlich mehrere tausend Mbit/s möglich.

Wozu wird 5G in Zukunft verwendet?

Wozu eignet sich 5G?

Jede Mobilfunkgeneration hat die gesamte Gesellschaft verändert, so viel ist sicher. Man stelle sich vor, es gäbe heute nur EDGE. Facebook, Instagram oder YouTube? Undenkbar! Sogar Google Maps zur Wegbeschreibung würde ewig laden.

5G wird folgende Alltagsszenarien revolutionieren:

  1. Streaming & Gaming
    Wo bisher zu langsames Internet den Weg versperrt hat, gibt’s bei 5G keine Grenzen mehr. Noch hochauflösendere Streams und Cloud-Gaming (Gaming im Stream, bei dem man keinen leistungsfähigen PC braucht, da alles in der Cloud berechnet wird) sind langfristig gesehen die Folge.
  2. Internet of Things (IoT)
    Wie bereits weiter oben erwähnt, sind immer mehr Dinge miteinander vernetzt – egal ob Smart-Home-Gerät, Zug oder Auto. Hier ist vor allem die kurze Latenzzeit von 5G von Vorteil.
  3. Notfalltechnologien
    Durch die hohe Zuverlässigkeit wird es möglich sein, 5G auch zur Notfallkommunikation einzusetzen. Auch Autos, die sich untereinander warnen, sind so theoretisch erstmals möglich.

Informationsvideo zu 5G von der Telekom:

Ist 5G schädlich / gefährlich?

Googelt man nach 5G, trifft man auch schnell auf Videos und Beiträge, die vor den Gefahren von 5G warnen. Doch ist 5G wirklich so schädlich, wie es behauptet wird?

Fakt ist, dass 5G auf Basis der gleichen technischen Voraussetzungen funken wird, wie vorherige Netztechnologien.

Laut Tagesspiegel.de gibt es einfach noch nicht genug Studien, um 5G als „gefährlich“ bezeichnen zu können. Außerdem werden Mobilfunkstrahlen als „hochfrequente elektromagnetische Felder“ bezeichnet. Im Gegensatz zu Röntgenstrahlen reicht ihre Energie nicht aus – auch bei 5G nicht – um Biomoleküle zu zerstören oder gar Erb-DNA zu verändern.

Gleichzeitig erschien im Jahr 2018 jedoch eine brisante Studie zu Mobilfunkstrahlen. Bei dieser Studie wurden Ratten über einen längeren Zeitraum mit 2G-Strahlen belastet (ganz aus der Nähe). Die Ergebnisse waren eindeutig: Ratten, die mit 2G-Strahlen in Kontakt kamen, erkrankten häufiger an seltenen Tumoren als die Ratten, die nicht 2G-Strahlen ausgesetzt wurden.

Hierbei sollte man jedoch beachten, dass die Ratten direkt bestrahlt wurden. Im echten Leben sind die Masten meist deutlich weiter entfernt und die Signale streuen in alle Richtungen.

Wir glauben, dass 5G nicht mehr oder weniger gefährlich sein wird, als vorherige Netztechnologien. Daher sollte man nicht der ganzen Panikmache glauben, die zurzeit im Netz stattfindet. Andererseits darf man die Folgen von langfristiger elektromagnetischer Einstrahlung nicht unterschätzen. Elektromagnetische Strahlung gibt es aber auch jetzt schon – ohne 5G.


Fazit: Was ist 5G?

5G ist das Netz der Zukunft.

Es wird uns ein besseres, schnelleres und zuverlässigeres Surferlebnis ermöglichen. Mit 5G wird es möglich, dass auch Maschinen und Autos untereinander kommunizieren.

Da zu erwarten ist, dass die Anzahl der übertragenen Daten auch in Zukunft stark ansteigen wird, ist 5G nötig, um all diese Datenlast zu stemmen.

Den größten Vorteil werden Menschen am Land spüren. Sie werden endlich in den Genuss von schnellem, latenzfreien Internet kommen.