Roaming-Gebühren in der EU: Das ändert sich 2017

EU FlagIm Jahr 2017 kommen große Umbrüche auf die europäische Mobilfunkbranche zu, denn ab dem Monat Juni dürfen Mobilfunkanbieter keine überteuerten Roaming-Gebühren mehr für das Surfen in ausländischen Netzen erheben. Doch wie genau läuft die Umstellung vonstatten und worauf muss man im Ausland trotzdem achten?

Wir sehen uns in diesem Beitrag alle Details zum kommenden Roaming-Aus an.

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Geschichte der Roaming-Gebühren in der EU

EU Roaming - Roaming in der EUDie Roaming-Gebühren sind bereits seit 2007 regelmäßig Thema im EU-Parlament. Damals wurde beschlossen, dass ausgehende Anrufe im EU-Ausland maximal 49 Cent und angenommene Anrufe maximal 24 Cent (zzg. Mwst. & pro Minute) kosten dürfen.

In den Jahren 2008 und 2011 wurden diese Kosten abermals gesenkt. Bis zum 1. Juli 2014 wurden diese Kosten auf 19 Cent (ausgehende Anrufe) und 5 Cent (angenommene Anrufe) pro Minute reduziert.


Fun-Fact: Für die meisten Deutschen war das Versenden von Nachrichten im Ausland ab diesem Zeitpunkt günstiger als im Inland, wo es bei vielen Tarifen 9 Cent kostete.


Im April 2014 hat sich das EU-Parlament dafür entschieden, bis Ende 2015 alle Roaming-Gebühren innerhalb der Union zu verbieten. Wegen Unstimmigkeiten und Protesten einzelner Länder wurde die Einführung dieses Verbotes auf den 15. Juni 2017 verschoben.

Vergleich der Höchstentgelte

Ab April 2016Ab 15. Juni 2017
Ausgehende Anrufe pro MinuteInlandspreis + 5 Cent (in Ausnahmefällen max. 19 Cent)gleicher Preis wie Zuhause
Ankommende Anrufe pro Minute1 Cent pro Minutegratis
Verschicken einer KurznachrichtInlandspreis + 2 Cent (in Ausnahmefällen max. 6 Cent)gleicher Preis wie Zuhause
1 MB DatenroamingInlandspreis + 5 Cent (in Ausnahmefällen max. 20 Cent)gleicher Preis wie Zuhause

Einfache Erklärung der Tabelle: Alle zusätzlichen Kosten für das Telefonieren, SMSen und Surfen im Ausland werden entfallen.

Wieviel Roaming darf ich im Ausland verwenden?

Die Entscheidung, Roaming komplett kostenlos zu machen, sorgte für große Sorgen bei westeuropäischen Mobilfunkanbietern: Warum sollten Verbraucher jetzt noch einen teuren „West“-Tarif kaufen, wenn man einfach einen osteuropäischen Tarif kaufen kann und den dann im Heimatland verwendet? (osteuropäische Mobilfunkgebühren & Preise liegen deutlich unter den westeuropäischen)

Deswegen wurde von der EU-Kommission ein Vorschlag eingebracht:

Mobilfunkanbieter dürfen den Verbrauch von Kunden überwachen. Wenn der Kunde im Ausland mehr telefoniert, SMSt und surft als im Heimatland des Mobilfunkanbieters, muss der Anbieter dem Kunden eine Warn-SMS senden. Dann darf der Mobilfunkanbieter wieder kleine Gebühren verlangen (0,04€ pro Minute bei Anrufen, 0,01€ pro SMS und 0,0085 pro verbrauchtem MB).

Es ist zu erwarten, dass es trotz dieser Regelungen zum Roaming-Missbrauch kommen wird. Wenn viele Kunden dieses System ausnutzen werden, werden die Anbieter nicht mit der Überwachung nachkommen. Wir werden in den kommenden Jahren sehen, wie sich das Roaming-Aus auf die Mobilfunkbranche auswirken wird, schließlich waren Roaming-Gebühren eine große Einnahmequelle für Mobilfunkanbieter.

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